Sie haben eine unserer Veranstaltungen verpasst oder möchten Informationen zu einer besuchten Veranstaltung nachlesen? Hier dokumentieren wir die Fachforen und Arbeitskreise für Sie.

07.09.2012

So können Unternehmen ihre Mitarbeiter/-innen gesund erhalten

Netzwerk "Forum Gesundheit" liefert Ideen für das betriebliche Gesundheitsmanagement

Netzwerk "Forum Gesundheit" liefert Ideen für das betriebliche Gesundheitsmanagement 

"Betriebe können einen erheblichen Beitrag zum Gesundheitserhalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten", sagt Dr. Michael Drupp, der Leiter des niedersächsischen AOK-Instituts für Gesundheitsconsulting. Im Forum Gesundheit des Demographie Netzwerkes Hamburg präsentierte er am 7. September 2012 in der KWB die Ergebnisse seiner jahrelangen Erfahrung in der Beratung von Unternehmen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). 

Anhand verschiedener Studien konnte Dr. Drupp den positiven Einfluss eines guten Arbeitsklimas und einer wertschätzenden Führungskultur auf die Mitarbeitergesundheit nachweisen. Ebenso wichtig seien eine gesundheitserhaltende Gestaltung der Arbeitsbedingungen sowie Gesundheitsangebote des Arbeitgebers zur Bewegung, Ernährung und zum Stressabbau. Dabei könne die beste Wirkung mit einem salutogenen Ansatz erzielt werden, der mit präventiver Diagnostik und Gesundheitsförderung bei den Gesunden ansetzt und die Entstehung von Krankheit verhindern hilft. 

Besondere Bedeutung maß der Referent dem BGM aufgrund des demographischen Wandels zu. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Deutschland werde von noch 44,3 in 2010 auf 49,5 Jahre in 2030 ansteigen.  Auf den überproportional wachsenden Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften müssten Betriebe eingehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Werde das betriebliche Gesundheitsmanagement vernachlässigt, so sinke die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen ab dem 55. Lebensjahr deutlich.  

Einem gängigen Vorurteil widersprach der Gesundheitsexperte jedoch vehement: "Ältere sind nicht per se weniger produktiv als Jüngere. Einige Fähigkeiten entwickeln sich sogar erst mit zunehmendem Alter wie Besonnenheit, Urteilsfähigkeit, Zuverlässigkeit oder Arbeitssorgfalt. Die höchste Produktivität konnte in Betrieben mit einem überwiegenden Anteil der 45- bis 49-Jährigen nachgewiesen werden."   Entscheidend für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit in den verschiedenen Phasen des Erwerbslebens sei eine alter(n)sgerechte Personalpolitik und -entwicklung. In der Analyse sollten Unternehmen eine Differenzierung nach Altersgruppen vornehmen und daraus Maßnahmen ableiten, die sie evaluieren und anpassen. 

Unter den aufgeführten Erfolgsfaktoren von alternsbezogenem BGM hob Dr. Drupp einen besonders hervor: "Netzwerken bringt allen Beteiligten einen Mehrwert, weil die Summe an Erfahrungen und Ideen mehr ist als das Know-how eines einzelnen Betriebes". Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sei es von Nutzen, sich gegenseitig bei der Etablierung und Umsetzung einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur durch Gesundheitsmanagement zu unterstützen. Aus seiner langjährigen Praxis als Leiter des Arbeitskreises Gesundheit im ddn – Das Demographie Netzwerk benannte der Experte unterstützende wie hemmende Faktoren der Netzwerkarbeit. Positiv erwähnte er u. a. Termine in den Firmen mit Begehung von Arbeitsplätzen und Produktion, eine offene Gesprächsatmosphäre und die permanente Weiterentwicklung. Für negativ hielt er Informations- und Terminüberflutung, Passivität / Konsumhaltung von Teilnehmern/-innen und oberflächliche Diskussionen. 

Mit umfangreichem Know-how aus dem Eingangsreferat versehen, tauschten sich die Teilnehmenden in drei Kleingruppen intensiv über die Umsetzung von BGM in den jeweiligen Unternehmen aus. Auf die Frage zum Stand der Umsetzung ordnete sich die Hälfte der Unternehmen dem Bereich erster Maßnahmen zu, die andere Hälfte war bereits auf dem Weg zu einem systematischen Management. So waren die Erwartungen zum einen auf Austausch von Best Practice und Strategien ausgerichtet, zum anderen auf ganz konkrete Unterstützung bei der alter(n)sgerechten Arbeitsplatzgestaltung, Qualifizierung und Führung. In den Gruppen zeigte sich bereits der Nutzen des Netzwerkens: Während ein Unternehmen ein Konzept zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) benötigte, brachte ein anderes bereits umfangreiches Know-how in diesem Bereich mit. 

Den Austausch im Forum Gesundheit möchten die Teilnehmenden zunächst in kleinen Gruppen vertiefen. Eine Taskforce wird die Arbeit des Forums zusammenführen, weiter vorantreiben und zweimal jährlich zum Austausch der Ergebnisse einladen. 

Wenn Sie mitarbeiten möchten, wenden Sie sich bitte an Susanne Sabisch-Schellhas unter schellhas@kwb.de oder telefonisch 040 334241-415. Die Teilnahme an den Foren ist kostenfrei. 

Dateien