Am 3. Mai 2026 fand die Coffee Break 50+ zum Thema "SNAW – wie wir Ageism am Arbeitsplatz begegnen" statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Altersdiskriminierung entsteht, welche Auswirkungen sie auf Beschäftigte und Unternehmen hat und wie Organisationen aktiv zu einer altersinklusiven Arbeitskultur beitragen können.
Einführung in das SNAW-Projekt
Als Referentin führte Lucie Stecker vom Das Demographie Netzwerk e. V. durch die Veranstaltung. Sie stellte das EU-geförderte Projekt „SNAW – Say No to Ageism in the Workplace“ vor, das untersucht, wie Ageismus in Organisationen entsteht und wie ihm wirksam begegnet werden kann.
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Präsentation des Online-Kurses „Beyond Age: Building an Age Positive Workplace“, der im Rahmen des Projekts entwickelt wurde. Der Kurs vermittelt praxisnahe Strategien, um Altersdiskriminierung vorzubeugen und die generationenübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.
In acht flexibel kombinierbaren Modulen behandelt der Kurs unter anderem Grundlagen zu Ageismus, rechtliche Aspekte, eine altersgerechte Organisationskultur, Diversity-Strategien sowie konkrete Maßnahmen zur Arbeitsplatzgestaltung und zum Employer Branding.
Altersdiskriminierung im Arbeitsalltag
Im Verlauf der Coffee Break wurde deutlich, dass Altersdiskriminierung häufig subtil und unbewusst geschieht. Sie beeinflusst Karrierechancen, Entscheidungsprozesse und die Qualität der Zusammenarbeit.
Aktuelle Erkenntnisse – unter anderem aus Studien der Antidiskriminierungsstelle des Bundes – zeigen, dass insbesondere jüngere Beschäftigte häufiger von Altersdiskriminierung berichten und dass diese besonders häufig im Arbeitskontext auftritt.
Die Auswirkungen von Ageismus sind vielfältig: Beschäftigte erleben ein reduziertes Wohlbefinden, sinkende Arbeitszufriedenheit sowie erhöhte Stress- und Burnout-Risiken. Gleichzeitig entstehen für Unternehmen erhebliche Nachteile, etwa durch den Verlust von Innovationspotenzial, steigende Fluktuation und Reputationsrisiken.
Besonders der sogenannte implizite Ageismus – also subtile, oft unbeabsichtigte Formen der Ausgrenzung – wirkt sich langfristig negativ auf Motivation und Karriereentwicklung aus.
Das "Tripartite Konzept" von Ageismus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sogenannten „Tripartite Konzept“ von Ageismus. Dieses beschreibt Altersdiskriminierung als Zusammenspiel von drei Ebenen:
Stereotype (Denken)
Vorurteile (Fühlen)
Diskriminierung (Handeln)
Die Veranstaltung machte deutlich, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz, der alle drei Ebenen adressiert, nachhaltige Veränderungen ermöglichen kann.
Altersstereotype im Arbeitskontext
Darüber hinaus wurden verbreitete Altersstereotype im Arbeitskontext diskutiert – sowohl gegenüber älteren als auch gegenüber jüngeren Beschäftigten. Diese reichen von Annahmen über mangelnde Anpassungsfähigkeit oder Technikaffinität bis hin zu Vorurteilen gegenüber jüngeren Generationen, etwa hinsichtlich fehlender Loyalität oder geringer Belastbarkeit.
Gleichzeitig zeigte sich, dass Ageismus trotz seiner weiten Verbreitung in vielen Organisationen noch immer zu selten thematisiert wird.
Austausch und praktische Impulse
Die Coffee Break bot neben fachlichen Impulsen auch Raum für Austausch und Diskussion. Die Teilnehmenden – darunter Mitarbeitende, Führungskräfte und HR-Verantwortliche – nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu reflektieren und konkrete Ansätze für ihre Organisationen mitzunehmen.
Fazit
Abschließend wurde deutlich: Altersdiversität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für zukunftsfähige Unternehmen. Initiativen wie das SNAW-Projekt und der „Beyond Age“-Kurs leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Altersdiskriminierung sichtbar zu machen und langfristig abzubauen.
Die Veranstaltung setzte damit wertvolle Impulse für eine Arbeitswelt, die das Potenzial aller Generationen erkennt und nutzt.