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New Work

Equal Pay in der Praxis – so können Unternehmen die Entgeltlücke schließen

20.06.2024, 15:00 - 17:00 Uhr

Unternehmensvertretungen der Best Practice
Fünf Unternehmensvertreter/-innen erläutern, wie und warum sie für Entgelttransparenz sorgen. 

Chancengerechtigkeit und gleiche Bezahlung sind unerlässlich. Ddn Hamburg zeigt auch in diesem Jahr wieder gute Beispiele aus Unternehmen, die Entgelttransparenz und gleiche Entlohnung für Frauen und Männer in die Tat umsetzen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ihrem Beispiel zu folgen, denn bis Juni 2026 muss die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Sie sieht verpflichtende Transparenzmaßnahmen für Arbeitgebende vor und stärkt die Rechte der Beschäftigten zur Durchsetzung des Entgeltgleichheitsgebots.

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt" steht in Artikel 3, Absatz 2, des Grundgesetzes. Damit wurde vor 75 Jahren festgeschrieben, dass sie in allen Lebensbereichen gleiche Rechte besitzen. Jedoch befindet sich die Umsetzung von Gleichstellung in einem fortlaufenden Prozess, der bis heute andauert.

Prof. Dr. Hensel
Prof. Dr. Isabell Hensel ist Vorsitzende der Kommission Arbeits-, Gleichstellungs- und Wirtschaftsrecht im Deutschen Juristinnenbund. 

Auch Unternehmen können ihren Teil dazu beitragen, indem sie für Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, mehr Frauen in Führungspositionen bringen und Frauen und Männer gleich entlohnen. So zielt die europäische Entgelttransparenzrichtlinie (ETRL) darauf ab, die Entgeltlücke zu schließen, die in Deutschland aktuell bei 18 Prozent liegt und jedes Jahr zum Equal Pay Day neu ermittelt wird.

Welche Verpflichtungen mit der Überführung der ETRL in deutsches Recht ab 2026 auf die Unternehmen zukommen, erläutert Prof. Dr. Isabell Hensel. Sie arbeitet am Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Kassel und ist Vorsitzende der Kommission Arbeits-, Gleichstellungs- und Wirtschaftsrecht im Deutschen Juristinnenbund. Berichtspflichten und betriebliche Verfahren zur Entgeltbewertung treten neben individuelle Ansprüche auf Auskunft. So sollen strukturelle Ungleichheiten abgebaut und die individuellen Rechte der Mitarbeiterinnen gestärkt werden. Prof. Hensel informiert über veränderte Durchsetzungs- und Rechtsschutzstrukturen sowie über staatliche Unterstützungsinstrumente für Unternehmen.

Nach diesem Impuls zu den rechtlichen Vorgaben kommen wir zur Praxis:


alphaQuest GmbH

Dr. Christian Wagner
Dr. Christian Wagner

Dr. Christian Wagner ist Geschäftsführer der alphaQuest GmbH, einer von Deutschlands führenden Digitalisierungsberatungen mit 51 Mitarbeitenden und zwei Standorten. Seit der Gründung im Jahr 2001 legt das Unternehmen großen Wert auf Fairness, Work-Life-Balance, Shared Leadership, flexible Arbeitszeitregelungen und gleiche Bezahlung. 

AlphaQuest setzt auf ein absolut transparentes Karriere- und Gehaltssystem und wurde dafür 2023 mit dem German Equal Pay Award ausgezeichnet. Kernaspekte sind zehn Karrierestufen mit Fixgehalt und klaren und messbaren Anforderungen. Die Gehaltsstufen werden gemeinschaftlich festgelegt, der Übergang in die nächsthöhere Stufe ist durchlässig und erfolgt auf Antrag. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit zeigt sich in Personalgesprächen, einem Top-Scoring bei kununu und einer Fluktuationsrate unter fünf Prozent. 

oose eG

Sarah Schuh und Tina Busch
Sarah Schuh und Tina Busch.

Die oose eG ist ein Hamburger Trainingsunternehmen mit 56 Mitarbeitenden für Themen aus den Bereichen Software- und Systementwicklung, New Work, Soft Skills, Projektmanagement und ähnlichem. Seit 2014 arbeitet oose ohne Chef/-innen und firmiert seit 2015 als eine Genossenschaft, in der alle Mitarbeitenden selbstorganisiert zusammenarbeiten. Bei oose ist Familienfreundlichkeit gelebte Realität, wie die Auszeichnung mit dem Familiensiegel der Hamburger Allianz für Familien belegt. 

Ende 2021 startete eine interne Initiative, um das Thema Gehalt bei oose zu regeln und mit den Unternehmenswerten zu verbinden – frei von Verhandlungsgeschick, Gender-Pay-Gap, Leistungsbezogenheit und zu großer Kluft insgesamt. Diese Initiative bestand aus fünf Personen mit unterschiedlichen Rollen, Alter und Geschlecht, die stellvertretend für alle Kolleg:innen ein Gehaltsmodell erarbeitet und sich dabei partizipativer und widerstandsintegrierender Verfahren bedienten. 

In ihrem Impulsvortrag werden Tina Busch und Sarah Schuh die verschiedenen Bausteine des aktuellen Gehaltsmodells vorstellen und den Weg dorthin aufzeigen.

REWE GROUP

Michael Fräßdorf
Michael Fräßdorf

Wie es Großunternehmen gelingt, Entgelttransparenz herzustellen, zeigt Michael Fräßdorf, Head of Compensation & Benefits bei der REWE GROUP. Das Unternehmen mit genossenschaftlichen Wurzeln bereitet sich schon jetzt darauf vor, die Anforderungen der Entgelttransparenzrichtlinie erfüllen zu können. So erarbeitet Fräßdorf bereits seit Jahresbeginn eine Konzeption der Job Architektur, sichtet und bereitet Regelwerke und Betriebsvereinbarungen auf und entwickelt die Teilautomatisierung des Prozesses zu individuellen Auskünften. 

Ein Umsetzungsplan liegt bereits in der Schublade und wird an die aktuellen Anforderungen angepasst, die der Gesetzgeber entsprechend der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie im deutschen Gesetz vornehmen muss. Fräßdorf stellt seinen aktuellen Planungsstand vor und erläutert die bisherigen Schritte sowie das geplante Vorgehen bei der Umsetzung im Unternehmen. 

Berliner Volksbank eG

Edin Daimler
Edin Daimler

Für die Berliner Volksbank sind Chancengleichheit und Equal Pay schon lange ein Thema. Edin Daimler, HR-Management Compensation Specialist bei der Berliner Volksbank eG, hat eine "Gender Pay Gap"-Analyse für das Unternehmen erstellt. Er wird die Ergebnisse zusammenfassen und die Vorgehensweise erläutern. In seinem Impuls stellt er vor, wie man sich so einer Analyse "handwerklich" nähert und welche Stellschrauben geeignet sind, um später belastbare Ergebnisse zu erhalten. Er geht auch darauf ein, wie die Volksbank die Ergebnisse anschließend verarbeitetet hat und welche Maßnahmen ergriffen wurden.


Die Referierenden stehen im Anschluss an ihre Impulse für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung und freuen sich auf einen lebhaften Austausch.


Forum Employer Branding & New Work

Equal Pay in der Praxis – so können Unternehmen die Entgeltlücke schließen

Donnerstag, der 20. Juni 2024
15:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Online via Zoom

Kostenfreie Anmeldung

 


FORUM EMPLOYER BRANDING & NEW WORK

 

Forum New WorkDie Digitalisierung und deren Folgen für die Arbeitswelt sind nicht zuletzt durch die Corona-Krise aktueller als je zuvor. Auch der gestiegene Wettbewerbsdruck beim Gewinnen und Halten von Fachkräften schafft sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in der Außendarstellung Handlungsbedarf. Intern gilt es, Potenziale zu pflegen, zu heben und zu entwickeln. Extern geht es um die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Im Forum Employer Branding & New Work tauschen wir uns zu Umsetzungsbeispielen, Herausforderungen und neuen Fragegestellungen zur digitalen Transformation von Unternehmen aus.

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