Nachhaltiger Wissenstransfer bei der Telekom durch Dreamteams
In der Coffee Break 50+ im Oktober war die Deutsche Telekom mit einem Pilotprojekt und dem Mitarbeitenden-Netzwerk "Better Together: Intergenerational Community" zu Gast und im Fokus unserer Diskussion. Die Referentinnen zeigten, welche Faktoren sowohl interkulturelle Fachteams wie ehrenamtlich engagierte Mitarbeitenden-Netzwerke zu nachhaltig funktionierenden, verlässlichen und wirksamen Dreamteams formen können. Empathie durch aktivierte persönliche Verbindung und Verbindlichkeit ist der Schlüssel zu erfolgreichem Arbeiten wie gelingendem Wissenstransfer.
Durch Empathie und Vertrauen zum Dreamteam
In der Coffee Break 50+ nahmen wir angesichts der global-wirtschaftlichen Entwicklungen und der Herausforderungen der modernen Arbeitswelt ein zentrales HR-Thema in den Blick: Wissenstransfer als Teamarbeit. Und das zog über 50 interessierte Teilnehmende an, die sich unter anderem über eine Umfrage aktiv beteiligten und in der Q&A-Runde zu Wort kamen.
Dr. Gundula Garbe präsentierte ihr Herzensprojekt, in welchem sie Best Practices für Lernen, Wissenstransfer und generationenübergreifende Zusammenarbeit in sogenannten Dreamteams erforscht – innerhalb und außerhalb des Konzerns.
Die erfolgskritischen Fragen:
Wie setzt ein Unternehmen multinationale Teams zusammen und führt sie zu einer vertrauensvollen Kooperation?
Und wie finden sogar Netzwerke optimal zusammen, die sich fachübergreifend thematisch (Communities of Practice) oder für einen Diversity-Aspekt auf freiwilliger Basis bilden?
Wie können solche Teams zielorientiert arbeiten, sich funktionierende Strukturen geben und wie vor allem die Stärken und die Expertise einer jeden Person bestmöglich integrieren?
Und – ganz wesentlich für Entscheidungsträger in Unternehmen – wie lässt sich der Erfolg von solchen Dreamteams, die Wissen einbringen und teilen, es bewahren und vermehren, in Euro messen?
Ein Dreamteam, das ergab die Analyse der Entwicklung von Projektteams aus 10 Jahren, entsteht erst, wenn die Aufgaben, das vorhandene Wissen, die Kompetenzen und die notwendigen Rahmenbedingungen im Einklang stehen.
Was aber macht ein gutes Team zu einem echten Spitzenteam? Die Antwort lautet: Empathie und Vertrauen! Nur wenn die Mitglieder sich öffnen mit ihrem Wissen sowie ihrer Persönlichkeit und sich wirklich ineinander emotional hineinversetzen, erschafft das eine Kultur des Vertrauens und der Zusammenarbeit, des Lernens voneinander und miteinander.
Best Practices und Erfolgsrezepte
Dr. Gundula Garbe, Principal IT-Beraterin bei Telekom/T-Systems, gab intensive Einblicke in das von der HR geförderte Pilotprojekt und zeigte, wie generationenübergreifende Teams mit Emotionen zu echten Dreamteams werden können.
Katrin Klemm, Story Coach in Hamburg, berichtete sehr anschaulich, wie sie als externe Beraterin das Kern-Team der "Women@T-North-Community" auf dem Weg zum Dreamteam begleitet hat. Und wie wichtig hierbei Selbstreflektion, emotionale Offenheit und Fokussierung von individuellen Stärken und deren Verzahnung zu einer Teamleistungsfähigkeit ist.
Yvonne Jacob, Team Coach in Hamburg, teilte mit uns ihre Erfahrungen, wie sie aus einem Haufen ein Team geschmiedet hat. Eine zunächst rein zweckorientiert und international zusammengesetzte (oder sollten ich sagen, zusammengewürfelte?) Gruppe für ein Pharma-IT-Compliance-Projekt konnte sie zu einer stabilen Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit als Team verhelfen.
Wenn Empathie und Vertrauen die Secret Sauce für leistungsfähige Teams darstellen, dann ist eine weitere Geheimzutat, dass der Teambildungsprozess am besten von außen, von einer Person außerhalb des Teams gestaltet wird. So können Methoden und Prozesse souverän gesteuert werden ohne Involvement in die Team-Aufgaben und Team-Ziele. Dies kann ein agiler Coach aus dem Firmennetz sein oder eine erfahrene externe Beratung.
Eine entscheidende Rolle für dieses Pilotprojekt spielen die analytischen Erkenntnisse darüber, wie im Konkreten die Perspektiven, die Kompetenzen und auch die persönlichen Eigenarten aller Teammitglieder einbezogen und zielgerichtet genutzt werden können. Eine weitere Stufe der Datenanalyse dieses Piloten beleuchtet derzeit die Frage, wie sich die Leistungsfähigkeit und Effizienz eines Teams tatsächlich steigert, wie und mit welchen Daten und KPIs sich das messen und zeigen lässt.
Beispielhaft zeigt sich ein Erfolgskriterium beim kontinuierlichen generationenübergreifenden Wissensaustausch - eine explizite Herausforderung vieler Unternehmen mit Blick auf den demografischen Wandel, der derzeit in den Belegschaften Fahrt aufnimmt.
Das Teilen von Wissen und die gegenseitige Unterstützung mit fachlichem, methodischem, prozessualem und organisationalem Wissen wird leichter, wenn zuvor proaktiv eine Vertrauensbasis generiert wurde.
Die zwischenmenschliche Empathie bildet hierbei die Grundlage für individuelle wie ergebnisbezogene Verlässlichkeit und Selbstverantwortung. Spannend ist die Erkenntnis, dass diese Empathie und das Vertrauen im Team sogar als kulturelles Kapital "vererbt" wird. Ist beides einmal etabliert, wird diese Haltung und das Mindset aufrechterhalten und neu hinzukommende Teammitglieder werden schnell und erfolgreich integriert und ongeboardet - und damit leistungsfähig. Und die Bindung an das Team wird gestärkt. Mehr kann eine betriebswirtschaftliche Perspektive sich nicht wünschen.
Key Takeaways aus der Präsentation
- Wissenstransfer ist mehr als nur technische Tools bis hin zur generativen KI heute: Es geht um Menschen und ihre Stärken, ihr Wissen, ihre Persönlichkeit.
- Emotionale Verbindung im Team schafft das Vertrauen, Wissen freigiebig zu teilen: Vertrauen bildet die Basis für nachhaltiges Lernen.
- Zuhören und Wertschätzen sind die Grundzutat: Der Prozess des einander Kennenlernens, das Mindset, offen zuzuhören, einander wertzuschätzen und so gemeinsam die Kultur des Teilens und der Zusammengehörigkeit zu gestalten sollte extern supportet werden.
- Wissensmanagement ist ein Beziehungsprojekt: Emotionale Verbundenheit im Team ist wichtiger als jede IT-Lösung. Gefühlte Verantwortung für die gemeinsamen Ziele etabliert langanhaltende und erfolgreiche Wissensgemeinschaften und dauerhafte Wirksamkeit.
Die Erkenntnisse und Ergebnisse des HR-unterstützten Pilotprojektes kommen im ersten Schritt der Deutschen Telekom und ihren Mitarbeitenden diverser Generation über die von Susanne Fleig gegründete Mitarbeitenden-Community "Better Together" zugute. In einem zweiten Schritt sicher allen, die sich von Wissenstransfer in Dreamteams begeistern lassen.
Herzlichen Dank an Dr. Gundula Garbe, Katrin Klemm und Yvonne Jacob für das Teilen eurer intensiven Erfahrungen und methodischen Analysen aus der Praxis.
Wir freuen uns darauf, diese spannende Diskussion in zukünftigen Veranstaltungen fortzusetzen und weitere Erfolgsgeschichten von "Better Together" zu teilen.