In unserem Newsblog finden Sie Blogbeiträge rund um das Thema Demografie in der Arbeitswelt sowie Veranstaltungstipps und Nachberichte eigener Veranstaltungen zum Stöbern. © Modrow

05.05.2021

„Neues Lernen – selbstorganisiert, agil und digital“

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Was müssen wir beachten, damit digitale Lernangebote von den Mitarbeitenden auch angenommen werden? Zu dieser Fragestellung trafen sich 24 Unternehmen am 5. Mai 2021 per Zoom beim Demographie Netzwerk Hamburg.

Was macht das „neue Lernen“ aus?

 

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© Sylke Jehna

Schon vor Corona beeinflusste die digitale Transformation, wie wir arbeiten und kommunizieren. Doch die Akzeptanz digitaler Lernangebote kam in deutschen Unternehmen bislang nur zögerlich voran. Woran das liegt und wie der Einstieg in das neue Lernen gelingt, erläuterte Sylke Jehna, HR-Beraterin, Veränderungsbegleiterin und Agile Coach in ihrem Impulsvortrag.

 

In der Krise zeigte sich, nach Einschätzung der Referentin, dass die Unternehmen im Vorteil sind, die zuvor bereits digital gut aufgestellt waren, denn ihre Mitarbeitenden könnten sich innerhalb kürzester Zeit neue Tools aneignen. Lernen und Arbeiten wird in agilen Unternehmen miteinander vernetzt und am Bedarf orientiert. Dabei wird die individuelle Wissensaneignung mit dem Austausch in einer Community kombiniert. Voraussetzung ist eine offene Lernkultur, in der die Lernenden ihr Wissen teilen und einander vertrauen. Sie lernen gemeinsam und arbeiten zusammen, sodass sie voneinander profitieren und bessere Ergebnisse erzielen.

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In einer agilen Organisation verändert sich auch die Rolle von HR. Personalverantwortliche werden zu Begleiter/-innen und unterstützen Mitarbeiter/-innen in ihrer Lernentwicklung. Lernangebote entwickelt der Personalbereich gemeinsam mit externen Anbietern/-innen und den Lernenden, damit der Bedarf passgenau bedient wird.

Das Lernen erfolgt berufsbegleitend, am Arbeitsplatz und in kleinen Einheiten. Den Rahmen für Weiterbildung und Qualifizierung stellen die Unternehmen, indem sie Zeit, Lernräume, Strukturen, unterschiedliche Lernformate und Lernbegleiter*innen zur Verfügung stellen.

Gerade Zeiten mit eingeschränkter Geschäftstätigkeit, wie die aktuelle Pandemie, sollten Unternehmen für die Mitarbeiterqualifizierung nutzen. Sylke Jehna empfahl, dafür staatliche Förderung zu verwenden, wie sie das Qualifizierungschancengesetz oder der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zur Verfügung stellen. Den Weg zu einer lernenden Organisation können Mitarbeiter*innen und Führungskräfte nur gemeinsam erfolgreich gehen. "Lasst die Mitarbeiter/-innen nicht allein", lautete das Plädoyer von Sylke Jehna am Ende ihres Impulsbeitrags.

 

Einsatz einer Lernplattform am Beispiel Randstad

Der Personaldienstleister Randstad arbeitet bereits mit einer externen Lernplattform. Martina Staats, Arbeitsmarktexpertin bei Randstad, nannte fünf Gründe für die Auswahl des Anbieters: Angebote für unterschiedliche Zielgruppen und Qualifikationsniveaus, Flatrate und unbegrenzte Kursauswahl, methodische Vielfalt für jeden Lerntyp, Begleitung der Lernenden und geringe Sprachbarrieren. Bei Randstad haben ein Viertel der Beschäftigten bereits Kurse besucht, sowohl An- und Ungelernte, Facharbeiter/-innen, Verwaltungsangestellte sowie Führungskräfte.

 

GoodHabitz – das Netflix der Lernplattformen

Was diese Plattform auszeichnet, präsentierte anschließend Nadine Pohle, Coach bei GoodHabitz Germany GmbH. Der Anbieter zielt auf die langfristige Verankerung einer offenen Lernkultur in Unternehmen und achtet darauf, dass die Geschäftsleitung diesen Ansatz unterstützt. Gemeinsam mit der Personalentwicklung setzt GoodHabitz auf Aktivierung der Teilnehmenden, wenn die Lernkurve sinkt. „Lerne wie du willst und was du willst und hab Spaß dabei“ ist die Devise des Unternehmens, das die Referentin als „Netflix der Lernplattformen“ bezeichnet. Lernen geschieht nach dem ITO-Modell: auf individueller Ebene (Selbstlernen), im Team ( Blended Learning und soziale Einbindung) und mit der ganzen Organisation (Ziele und Werte). Die über 100 Trainingsangebote dienen der Entwicklung von Softskills und werden von GoodHabitz selbst entwickelt.

 

Lernzeit als Arbeitszeit anerkennen

Erfahrungen mit betrieblichen Lernplattformen brachten Mitarbeiter/-innen der AOK Hessen, der Signal Iduna und von OTTO in den virtuellen Austausch ein. Unternehmen können zum Erfolg beitragen, indem sie kommunizieren, Lernzeiten und -räume schaffen, Lernzeit als Arbeitszeit anerkennen, Führungskräfte als Vorbilder ins Boot holen, die Selbststeuerungsfähigkeit fördern, Angebote eng an die Fachbereiche anbinden und HR Personalressourcen zur Verfügung stellen.

 


Referentin

Sylke Jehna,  HR & Learning Consultant | Facilitator | Agile Coach


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